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Was wird aus dem Bahnhof Dieringhausen? PDF Drucken E-Mail

In der OVZ und bei Oberberg-Aktuell finden sich zwei Artikel, die sich dem Bahnhof Dieringhausen widmen. 

OVZ: Kneipe kontra Kultur

Während das grüne Ratsmitglied Dirk Johanns unter den ortsansässigen Vereinen noch kräftig die Werbetrommel für seine Idee eines „Kulturbahnhofs Dieringhausen“ rührt,...

DIERINGHAUSEN. Während das grüne Ratsmitglied Dirk Johanns unter den ortsansässigen Vereinen noch kräftig die Werbetrommel für seine Idee eines „Kulturbahnhofs Dieringhausen“ rührt, schafft der Rat der Stadt Gummersbach an selber Stelle bereits Tatsachen: Für 130 000 Euro soll das Empfangsgebäude jetzt gründlich in Schuss gebracht werden, um insbesondere potenzielle Pächter für eine ambitionierte Gaststätte mit Restaurantbetrieb nach Dieringhausen zu locken.

Da sollen Fenster erneuert, Dachrinnen ausgewechselt, und überfällige Dacharbeiten vorgenommen werden. Sogar einen neuen Abluftkanal für die spätere Restaurantküche will die Stadt laut Ratsbeschluss einbauen lassen, um einem neuen Pächter ein möglichst schmuckes und funktionales Ambiente zur Verfügung zu stellen.

Das läuft den Plänen des noch in Gründung befindlichen Vereins „Kulturbahnhof Dieringhausen“, der die Bahnhofsgaststätte gern selbst gepachtet hätte, allerdings entgegen. Insbesondere durch den Verkauf der Aggerhalle in Dieringhausen gebe es hier keine allen Bürgern offen stehende Räumlichkeit mehr, argumentieren die Freunde eines „Kulturbahnhofs“. Tatsächlich gibt es eine solche Festhalle für Karnevals- oder Musikveranstaltungen derzeit im Stadtteil nicht mehr. Johanns bittet die Stadt schriftlich um „eine faire Frist“, damit die Vereine aus Dieringhausen und Vollmerhausen ein Betreiberkonzept vorlegen können. Mit der jüngsten Ratsentscheidung für ein neues Bahnhofsrestaurant scheint diese Frist abzulaufen. (mm)

 Oberberg-Aktuell:

Kultur im Bahnhof oder doch ein Restaurant?

(bv/23.9.2008-15:15) Gummersbach - Vereine in Dieringhausen wollen bei der Neu-Nutzung des Bahnhofs mitreden - Noch fehlt ein tragfähiges Konzept.

[Bilder: Bernd Vorländer --- Bei einem Ortstermin nahmen Dieringhausener Bürger die Räumlichkeiten im Bahnhof in Augenschein.]

Einst war er wirtschaftlicher Mittelpunkt der gesamten Agger-Region und zumindest indirekt zu Beginn des 20 Jahrtausends am Wohlstand zahlreicher Menschen in seiner näheren Umgebung beteiligt. Die Rede ist vom Bahnhof Dieringhausen, der dann später, gegen Ende des 2. Weltkrieg durch Luftangriffe zerstört wurde. Heute fristet der einstige Knotenpunkt ein armseliges Schicksal. Zwar ist der Vorplatz hergerichtet, aber der Bahn in Dieringhausen kommt nur noch untergeordnete Bedeutung zu. Und längst hat sich auch der Pächter der angebauten Gaststätte verabschiedet. Nunmehr stehen die denkmalgeschützten Räumlichkeiten, die sich im Eigentum der Stadt Gummersbach befinden, leer. Lediglich die Toiletten sind im erstklassigen Zustand. Die wurden nämlich erneuert, als sich die Stadt mit einem neuen Pächter fast einig war, letzterer dann aber doch absprang. Modernisierung ist dringend notwendig - auch, um die sehr hohen Heizkosten herunterzufahren.

[Nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technik befindet sich die ehemalige Bahnhofsgaststätte.]

Jetzt wollen die Vereine im Aggertal selbst die Initiative übernehmen, sorgen sie sich doch gehörig um ihre eigene Zukunft. Seit Jahren, so ist in einem Schreiben zu lesen, gebe es nach dem Verkauf der Aggerhalle keine kommunale, für Bürger öffentlich nutzbare Räumlichkeit. Bisherige Treffpunkte der Vereine würden zudem wegbrechen. Deshalb haben der Chor 72 Dieringhausen, der Gemeinnützige Verein Dieringhausen, der Karnevalsverein „Hohler Bären“, der MGV Brück, MusikBerg, die Sportfreunde Vollmerhausen und der Aggertaler TTC eine Initiative gestartet, um die Bahnhofsgaststätte einer kulturellen Nutzung zuzuführen. Gemeinsam soll ein Konzept entwickelt werden, um dort den "KulturBahnhof Dieringhausen" zu starten. „Dieser Treffpunkt ist unverzichtbar und von wesentlicher Bedeutung für das Gemeinschaftsleben von Jung und Alt“, heißt es in einem gemeinsamen Schreiben der Vereine.

Ziel der Vereine ist die Pacht des Gaststättengebäudes von der Stadt. Über Betrieb, Vermietung und Sponsoren sollen Einnahmen generiert werden. Im Gummersbacher Rathaus ist man gegenüber den Wünschen der Vereine durchaus aufgeschlossen, fordert jedoch ein tragfähiges Konzept ein. Im Raum steht immer noch die Option für die Stadt, die Räumlichkeiten an einen interessierten Restaurantbetreiber zu vermieten.

 
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